Heimatkunde

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Kennen Sie die Geschichte Ihrer Stra├če und die des Namensgebers?
Haben Sie vielleicht selbst eine Geschichte aus dem Leben in Lindenau oder Leutzsch zu erz├Ąhlen? Wie war das damals, als ....? Nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

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Wir freuen uns ├╝ber jede Art von Bildern, B├╝chern, schriftlichen Erinnerungen ... rund um die Georg-Schwarz-Stra├če.

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Stra├čennamen

Stra├čennamen
Stra├čenbenennungen im Umfeld der heutigen Georg-Schwarz-Stra├če, aber auch ihre ├änderungen im Laufe der Zeit beschreiben eindr├╝cklich die Entwicklung von Lindenau und Leutzsch von ehemals selbst├Ąndigen D├Ârfern zu Leipziger Stadtteilen.

Flurbezeichnungen
Etliche Bezeichnungen f├╝r Leutzscher Stra├čen waren urspr├╝nglich Flurbezeichnungen. Sie wurden zumeist 1928 eingef├╝hrt, weil mit den Eingemeindungen von 1922 zahlreiche Stra├čennamen mehrfach vorkamen und damit stadtweit ├änderungen notwendig wurden.

Am Langen Felde (Leutzsch)
Lindenstra├če, seit 1928 Am langen Felde, Flurname ÔÇô Das Flurst├╝ck geh├Ârte zur Gemarkung Lindenau.

An der Lehde (Leutzsch)
seit 1928, zuvor ab 1902 Waldstra├če ÔÇô Flurbezeichnung f├╝r ein unfruchtbares St├╝ckchen Land

Ellernweg (Leutzsch)
seit 1928, zuvor Leibnizstra├če ÔÇô Flurname, der ein Erlengeh├Âlz bezeichnet.

Pfingstweide (Leutzsch)
seit 1928, zuvor ab 1915 B├╝lowstra├če ÔÇô nach einem Flurnamen, der die Weide bezeichnet, auf die (meist zu Pfingsten) zum ersten Mal ausgetrieben wurde.

Schwylststra├če (Leutzsch)
Schwylststra├če seit 1902 ÔÇô nach dem Schwylst, einem ehemaligen Teich.

Weinbergstra├če (Leutzsch)
1902, Weinbergstra├če, Flurname
http://leipzig-lexikon.de/STRASSEN/07233.htm

(Geistliche) Musiker + Dichter
Lokal haben die Stra├čenz├╝ge rund um das Krankenhaus die Bezeichnung ÔÇ×DiakonissenviertelÔÇť erhalten.
Die Anf├Ąnge des Diakonissenkrankenhauses Leipzig gehen auf das Jahr 1891 zur├╝ck, als auf Initiative des Superintendenten der Thomaskirche Oskar Pank mit der praktischen Krankenpflegeausbildung im ÔÇ×St├Ądtischen Hospital St. JacobÔÇť begonnen wurde. Als offizielles Gr├╝ndungsjahr gilt das Jahr 1900, in dem das Diakonissenmutterhaus eingeweiht und das Krankenhaus er├Âffnet wurde.
http://de.wikipedia.org/wiki/Diakonissenkrankenhaus_Leipzig

Der Krankenhausbetrieb wurde bewusst an den Rand des aufstrebenden Industriestadtteils Lindenau gelegt, denn hier war die geistliche und weltliche Not am gr├Â├čten und der Bedarf an Seelsorge und Unfallchirurgie durch die beiden Gemeindeschwestern lange schon nicht mehr zu decken. Die Verbundenheit zur Thomasgemeinde dr├╝ckt sich heute noch in den zahlreichen Stra├čenbenennungen aus, die an geistliche Lieddichter und Kirchenmusiker erinnern. Daneben wurden auch etliche weltliche Dichter deutscher Mundart mit Stra├čennamen im damals gerade neu entstehenden Quartier geehrt. Leinenkarten aus den Jahrzehnten um 1900 veranschaulichen die rasante Entwicklung des Leipziger Westens.

Ahlfeldstra├če (Lindenau)
Benannt nach Johann Friedrich Ahlfeld, geb. 01.11.1810 in Mehringen/Harz gest. 04.03.1884 in Leipzig. Theologe und Dichter; war 1851-1881 als Pfarrer an der Nikolaikirche t├Ątig.
http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Friedrich_Ahlfeld

Calvisiusstra├če (Lindenau)
Tauchnitzstra├če seit 1886, Calvisiusstra├če seit 1907, benannt nach Sethus Calvisius (eigenlich Seth Kalwitz), geb. 21.02.1556 in Gorschleben/Th├╝r., gest. 24.11.1615 in Leipzig. Der Komponist und Musiktheoretiker Calvisius hatte 1580 an der Universit├Ąt Leipzig studiert, bevor er 1581 Musikdirektor an der Paulinerkirche wurde. Im folgenden Jahr trat er die Kantorenstelle zu Schulpforte an, kehrte aber 1594 nach Leipzig zur├╝ck, wo er bis 1615 als Kantor an der Thomasschule wirkte.
http://www.leipzig-lexikon.de/STRASSEN/07118.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Sethus_Calvisius

Flemingstra├če (Lindenau)
1899 benannt nach Paul Fleming, auch Flemming, geb. 05.10.1606 in Hartenstein/Erzgebirge, gest. 02.04.1640 in Hamburg; Lyriker und Kirchenliederdichter. Fleming war seit 1623 Sch├╝ler der Thomasschule und studierte 1626-1633 an der Universit├Ąt Leipzig Medizin. Die Benennung erfolgte "zur Erinnerung an den Liederdichter des 17 Jahrhunderts".
http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Fleming

Gro├čmannstra├če (Lindenau)
Gro├čmannstra├če seit 1901, benannt nach Christian Gottlob Leberecht Gro├čmann (9.11.1783 Prie├čnitz, 29.6.1857 Leipzig). 1826-1857 Superintendent und Pfarrer an der Thomaskirche. 1853 anl├Ąsslich des 25j├Ąhrigen Dienstjubil├Ąums zum Ehrenb├╝rger ernannt. Benennung der Stra├če "zur Erinnerung an den Leipziger Superintendenten und Stifter des Gustav-Adolf-Vereins".
http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Gottlob_Gro%C3%9Fmann

G├╝ntherstra├če (Lindenau)
1901 benannt nach Johann Christian G├╝nther, geb. 08.04.1695 in Striegau, gest. 15.03.1723 in Jena. Lyriker der deutschen Fr├╝haufkl├Ąrung; studierte 1717-1719 an der Universit├Ąt Leipzig. Die Benennung der Stra├če erfolgte zur Erinnerung an den Sch├Âpfer des Liedes "La├čt uns alle fr├Âhlich sein".
http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Christian_G%C3%BCnther

Holteistra├če (Lindenau)
Marienstra├če, seit 1905 Holteistra├če, benannt nach Karl von Holtei 24.1.1798 Breslau-12.2.1880 Breslau. Mundartdichter, Schriftsteller und Schauspieler
http://www.leipzig-lexikon.de/STRASSEN/07120.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_von_Holtei

Klopstockstra├če (Lindenau)
1901 benannt nach Friedrich Gottlieb Klopstock, geb. 02.07.1724 in Quedlinburg, gest. 14.03.1803 in Hamburg; Dichter. Klopstock studierte 1746 bis 1748 an der Universit├Ąt Leipzig. Die Benennung erfolgte "zur Erinnerung an den Dichter des Messias".
http://www.leipzig-lexikon.de/STRASSEN/07112.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Gottlieb_Klopstock

Rinckartstra├če (Lindenau)
1901 benannt nach Martin Rinckart, geb. 23.04.1586 in Eilenburg, gest. 08.12.1649 in Eilenburg. Der Dichter von Kirchenliedern studierte zu Beginn des 17. Jh. in Leipzig.
http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Rinckart
http://www.leipzig-lexikon.de/STRASSEN/07113.htm

Die Benennung erfolgte zur Erinnerung an den Sch├Âpfer des Liedes "Nun danket alle Gott" (1630). Das Lied geh├Ârt zur Gruppe der christlichen Dank- und Bittlieder. Bestimmt war es als Tischgebet und entstand im R├╝ckgriff auf das biblische Buch Jesus Sirach. Im Druck erschien der Text erstmals im "IESV-Hertz-B├╝chlein" (Leipzig 1636). Das dreistrophige Dankgebet wurde sp├Ąter auch militaristisch und nationalistisch vereinnahmt, etwa f├╝r den Siebenj├Ąhrigen Krieg: Die Schlacht von Leuthen fand am 5. Dezember 1757 bei Leuthen in Schlesien statt. In ihr schlug der preu├čische K├Ânig Friedrich II. das ├Âsterreichische Heer unter F├╝hrung des Prinzen Karl Alexander von Lothringen. Nach der Schlacht lagerten sich der Legende nach die 25.000 ersch├Âpften K├Ąmpfer der preu├čischen Armee und sangen den protestantischen Choral ÔÇ×Nun danket alle GottÔÇť, der als ÔÇ×Choral von LeuthenÔÇť in die Geschichte eingegangen ist ÔÇô eine protestantische Glorifizierung f├╝r Soldatenkaiser und Freigeist Friedrich, der sich sp├Ąter neben seinen Hunden bestatten lie├č.
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Leuthen
http://www.liederlexikon.de/lieder/nun_danket_alle_gott/

Spittastra├če (Lindenau)
ab 1887 Georgstra├če, ab 1906 Spittastra├če, 1939-1945 Riemannstra├če. Die Benennung erfolgte "zur Erinnerung an den geistlichen Liederdichter Karl Johann Philipp Spitta und an dessen Sohn Philipp Spitta, den Biographen Johann Sebastian Bachs". Karl Johann Philipp Spitta, geb. 01.08.1801 in Hannover, gest. 28.09.1859 in Burgdorf bei Hannover; evangelischer Theologe und geistlicher Dichter; Hauptwerk: "Psalter und Harfe" (1833-1843). und Philipp Spitta, geb. 27.12.1841 in Wechold, gest. 13.04.1894 in Berlin; Musikwissenschaftler, Direktor der Hauptschule f├╝r Musik in Berlin und Verfasser der Bach-Biographie (1873-1880).
http://www.leipzig-lexikon.de/STRASSEN/07117.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Spitta und
http://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Spitta_%28Musikwissenschaftler%29

Uhlandstra├če (Lindenau)
Schillerstra├če seit 1887, Uhlandstra├če seit 1897, benannt nach Ludwig Uhland, geb. 26.04.1787 in T├╝bingen, gest. 13.11.1862 in T├╝bingen; Lyriker, Dramatiker, Publizist, Literaturforscher und Herausgeber. Uhland war 1848 Mitglied der liberalen Linken in der Frankfurter Nationalversammlung. Er weilte im Mai/Juni 1843 in Leipzig, um den Fundus der Universit├Ątsbibliothek zu nutzen. In dieser Zeit war er Gast im Hause des Germanisten Moritz Haupt. Die Benennung erfolgte "zu Ehren des gro├čen deutschen Dichters".
http://www.leipzig-lexikon.de/STRASSEN/07116.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Uhland


Wielandstra├če (Lindenau)
Goethestra├če in Leipzig-Lindenau, Wielandstra├če seit 1907, benannt nach Christoph Martin Wieland, geb. 05.09.1733 in Oberholzheim, gest. 21.01.1813 in Weimar; Dichter; ├ťbersetzer von Shakespeare-St├╝cken.
http://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Martin_Wieland

1928

Da es nach den Eingemeindungen von Wahren, Leutzsch und Paunsdorf in die Stadt Leipzig zum 01.01.1922 viele Stra├čennamen mehrfach gab, mussten zum Beispiel drei von vier ÔÇ×Albertstra├čenÔÇť umbenannt werden. Die ├änderungen wurden nach jahrelangen Abstimmungen erst Ende 1928 umgesetzt:

Baumgarten-Crusius-Stra├če (Leutzsch)
Bismarckstra├če seit 1907, seit 1928 Baumgarten-Crusius-Stra├če Benannt nach Gottlob August Baumgarten-Crusius, geb. 01.04.1752 in Penig, gest. 15.12.1816 in Merseburg. Baumgarten-Crusius hatte 1789 an der Universit├Ąt Leipzig Theologie studiert und war Prediger an der Kreuzkirche in Dresden gewesen. Als Stiftssuperintendent von Merseburg f├Ârderte er die Schule der westlich von Leipzig gelegenen D├Ârfer, die seiner Aufsicht unterstanden.
Vater von Ludwig Friedrich Otto Baumgarten-Crusius ( http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Friedrich_Otto_Baumgarten-Crusius )
http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Baumgarten-Crusius,_Gottlob_August

Bischofstra├če (Leutzsch)
Bischofstra├če seit 1928, zuvor Weststra├če ÔÇô Benannt zum Gedenken an die Gr├╝ndung des Bistums Merseburg im Jahr 968, zu dessen Stiftungsbesitz (auch oberster Lehnsherr) Leutzsch und Lindenau geh├Ârten.
http://www.leipzig-lexikon.de/STRASSEN/07157.htm

Bl├╝thnerstra├če (Leutzsch)
Seit 1903 Carolastra├če, 1928 Bienitzstra├če, 2001 Bl├╝thnerstra├če - nach Julius Bl├╝thner (1824-1910), Klavier-Fabrikant und Freimaurer
http://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Ferdinand_Bl%C3%BCthner

Brehmestra├če (Leutzsch)
Brehmestra├če seit 1928, zuvor seit 1901 Karlstra├če ÔÇô nach Johann Brehme, erster evangelischer Pfarrer in Leutzsch (1544-1561).

Franz-Flemming-Stra├če (Lindenau und Leutzsch)
Zeitgleiche Namen in verschiedenen Abschnitten (Lindenau bzw. Leutzsch) Carl-Zei├č-Stra├če seit 1930, Franz-Flemming-Stra├če 1904, Eisenbahnstra├če (Angliederung 1928), Flemmingstra├če, benannt nach Hermann Franz Flemming, geb. 13.09.1848 in Leutzsch, gest. 21.07.1938 in Leipzig; Gr├╝nder der Pianofortefabrik H. F. Flemming im Leutzsch.

Junghan├čstra├če (Leutzsch)
Junghan├čstra├če seit 1928, zuvor Hohe Stra├če - nach Abel Junghan├č, der als K├╝ster in Leutzsch den ersten Schulunterricht erteilte.

Landwaisenhausstra├če (Leutzsch)
Landwaisenhausstra├če 1928, zuvor Waisenhausstra├če ÔÇô nach dem 1856 von Pfarrer Sch├╝tz gegr├╝ndeten Landwaisenhaus in Leutzsch. Auch die Leutzscher Grabaustra├če verweist auf die von den Gemeinden Leutzsch, Lindenau, M├Âckern, Lindenthal, Wahren und Eutritzsch getragene Stiftung (Grabau war ab 1877 Vorstand). Der Satzungszweck wurde sp├Ąter ge├Ąndert und die Erziehungs- und Verpflegungsanstalt f├╝r arme Waisenkinder in eine Kleinkinderbewahranstalt umgewandelt.

Prie├čnitzstra├če (Leutzsch)
Grenzstra├če, Prie├čnitzstra├če seit 1928, benannt nach dem 1912 erbauten nahegelegenen Prie├čnitzbad, das nicht zu den st├Ądtischen B├Ądern geh├Ârt, sondern vom Verband der Kleing├Ąrtner unterhalten wurde. Das Bad wurde nach dem "Naturarzt" Vincenz Prie├čnitz (1790-1851) benannt, der durch seine Kaltwassertherapie zu einem enormen Verm├Âgen kam.
http://de.wikipedia.org/wiki/Vincenz_Prie%C3%9Fnitz

R├╝ckmarsdorfer Stra├če
Sch├Ânauer Stra├če, seit 1928 R├╝ckmarsdorfer Stra├če ÔÇô nach der Gemeinde R├╝ckmarsdorf bei Leipzig. Von 1994 bis 1999 geh├Ârte sie zur Gemeinde Bienitz, seit 2000 ist R├╝ckmarsdorf ein Stadtteil von Leipzig. Der Stra├čenzug ist durch die Eisenbahnstrecke Leipzig-Gera unterbrochen.
http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCckmarsdorf

Sattelhofstra├če (Leutzsch)
seit 1899 Schulstra├če, seit 1928 Sattelhofstra├če ÔÇô nach dem 1910 abgebrochenen Sattelhof, der Besitz des Bischofs zu Merseburg war. In den gleichen Zusammenhang geh├Ârt die Otto-Schmiedt-Stra├če (zuvor Gartenstra├če), benannt nach Otto Schmiedt, geb. 08.08.1833 in Rossleben, gest. 08.10.1896 in Leipzig; Friedensrichter; Besitzer des 1910 abgebrochenen Sattelhofs in Leutzsch.

├ľlbild Sattelhof Leutzsch
Emily Schmiedt geborene Pfeffel, Kunstmalerin aus Frankfurt am Main und Nachfahrin des Dichters Gottlieb Konrad Pfeffel aus Colmar, kam durch ihren Mann Otto Schmiedt (1833-1896) nach Leipzig. Ottos Vater Gottwerth Schmiedt, vormals Gymnasialprofessor im th├╝ringischen Ro├čleben, war vermutlich durch den fr├╝hen Tod und eine Erbschaft von seiner ersten Frau Hedwig Caroline von Schrader (1808-1835) verm├Âgend genug, um f├╝r seinen Sohn Otto 1862 das ehemalige Rittergut, den Sattelhof, in Leutzsch zu erwerben. Hoffnungen auf Zusatzeink├╝nfte durch einen Ziegelleibetreib zerschlugen sich aufgrund zu geringer Tonvorkommen. Die Familie kaufte zwei weitere H├Âfe und betrieb das landwirtschaftliche Gut bis zum Einzug der Industrialisierung.
Die zum Sattelhof geh├Ârigen Grundst├╝cke lie├čen sich gut als Bauland verkaufen. Der Sattelhof selbst wurde 1910 abgerissen, die H├╝gel auf dem heutigen Parkgel├Ąnde sollen die Reste bergen.
Familie Schmiedt zog vor dem Abbruch um in die neue Villa Grabau-/Gartenstra├če (heute Otto-Schmiedt-Stra├če); 1905 wurde auf dem Nachbargrundst├╝ck Grabaustra├če 15 die Villa Adelheid errichtet ÔÇô hier wohnte Otto Schmiedts Sohn Friedrich (1867-1935) mit seiner Frau Adelheid geb. M├╝ller.
(Heute trennt ein Neubau die beiden gr├╝nderzeitlichen Geb├Ąude. ???)
Die Familie Schmiedt engagierte sich lokal stark bei wohlt├Ątigen Projekten wie etwa der Stiftung einer Turnhalle f├╝r Leutzsch und erhielt im Leutzscher Kirchengest├╝hl einen festen Platz.

Otto Schmiedt jun. (1906-1979), Sohn von Friedrich Schmiedt und Enkel des gleichnamigen Villenerbauers, erbte mit seinen Geschwistern das Wirtschaftsgel├Ąnde des Sattelhofes auf dem Areal des heutigen Wasserschlosses. Er bezahlte seine drei Br├╝der und eine Schwester als Miterben unter Verwendung der Mitgift seiner Frau aus und schenkte der Stadt Leipzig einen Grundst├╝cksstreifen zur Verl├Ąngerung der Sattelhofstra├če bis zur heutigen William-Zipperer-Stra├če. Daf├╝r sollte die Stadtverwaltung einen Baulandstatus f├╝r die umliegenden Wiesenfl├Ąchen garantieren. Er selbst ging vor dem II. Weltkrieg als Landrat nach ├ľsterreich und nahm neben wenigen M├Âbelst├╝cken das Bild seiner Gro├čmutter mit. Das ├ľlgem├Ąlde kam auch mit, als Otto Schmiedt jun. mit Familie 1956 nach Bonn zog. Dort h├Ąngt das Bild vom Leutzscher Sattelhof noch heute bei Imtraud Blask, einer Tochter (und Urenkelin) von Otto Schmiedt.

Die Malerin Emily Schmiedt (1840-1911) hat sich selbst sitzend auf dem Balkon des Sattelhofs dargestellt.

Erinnerungen der Luise Clementine Schmiedt geb. Fuchs (4.11.1804 Frankfurt/Main ÔÇô 29.5.1884 Leutzsch)
2. Frau von Prof. Dr. Gottwerth Schmied, Stiefmutter von Otto Schmiedt sen.
ab S. 59 Kapitel ÔÇ×LeutzschÔÇť
ÔÇŽ
Leutzsch
ÔÇ×Otto (sc. Otto Schmied sen., ihr Stiefsohn) hatte nun das Inspektorleben hinl├Ąnglich durchgemacht, und sein Vater richtet nun das Augenmerk darauf, ihm zu einer selbst├Ąndigen Stellung zu verhelfen. Dazu bot sich Gelegenheit in einem h├╝bschen, ehemaligen Rittergut, jetzt Freigut, in Leutzsch, ein St├╝ndchen von Leipzig. Dasselbe, fr├╝her ein bedeutendes Besitztum, war im Laufe der Zeit viel von einer Hand in die andere gegangen, in jeder derselben etwas verk├╝rzt worden und allerdings jetzt nur noch von kleinem Areal; aber die N├Ąhe der sich rasch weiter ausbreitenden Stadt bot f├╝r die Zukunft g├╝nstige Aussichten und es sollte durch eine Ziegelei, wozu die passende Erde vorhanden sei, ein Nebenbetrieb geschaffen werden. Leider ist das Letztere eine T├Ąuschung geblieben, die Ziegelerdenschicht war zu geringf├╝gig, um damit etwas zu unternehmen. Indessen, das Gut war gekauft, es war Anzahlung geleistet und Otto wirtschaftet darauf seit 1862, den ganzen Druck, der im allgemeinen auf der Landwirtschaft ruht, mit manchen Leidesgef├Ąhrten schwer empfindend. Er hat nach dem noch zwei Bauerng├╝ter hinzu gekauft, und da Grund und Boden um Leipzig bisher immer an Wert gestiegen ist, wird sich ihm sp├Ąter hoffentlich noch guter Ersatz bieten. ÔÇŽÔÇť

Nach 1945

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden stadtweit Stra├čen nach Opfern des nationalsozialistischen Regimes umbenannt ÔÇô oftmals war erst wenige Jahre zuvor die Bezeichnung ge├Ąndert worden.

Erich-K├Âhn-Stra├če (Lindenau)
Erich-K├Âhn-Stra├če seit 1950, Albertinerstra├če seit 1907, Wettinerstra├če unter Einbeziehung der Auenstra├če seit 1886, benannt nach Erich K├Âhn, geb. 09.12.1896 in Falkenberg/Oberschlesien, gest. 01.01.1944 im KZ Buchenwald; Fotograf, seit 1922 in KPD-Bezirksleitung Leipzig-Westsachsen. Nach 1933 Flugbl├Ątterherstellung, wegen Hochverrats verurteilt, Zuchthausstrafe, ab 1938 im KZ Buchenwald inhaftiert und umgekommen.
http://www.leipzig-lexikon.de/STRASSEN/07119.htm

Georg-Schwarz-Stra├če (Lindenau und Leutzsch)
Der heutige Stra├čenzug entstand im Jahre 1933, als die Lindenauer Gundorfer Stra├če und die Leutzscher Friedrich-Ebert-Stra├če zusammengezogen und gemeinsam in Schlageterstra├če umbenannt wurden (nach dem Offizier und Freikorps-K├Ąmpfer A. Schlageter, 1894-1923, einem M├Ąrtyrer der NS-Propaganda). Dabei musste die Nummerierung in Leutzsch ge├Ąndert werden. Georg-Schwarz-Stra├če seit 1945, Gundorfer Stra├če in Lindenau seit 1886, Barnecker Stra├če; Leutzscher Stra├če seit 1877, Leutzscher Weg in Lindenau; Friedrich-Ebert-Stra├če in Leipzig-Leutzsch seit 1926, Hauptstra├če in Leutzsch; benannt nach Georg Schwarz, geb. 27.03.1896 in Zwenkau, hingerichtet 12.01.1945 in Dresden. Schwarz war 1929 Abgeordneter der KPD im S├Ąchsischen Landtag und geh├Ârte zu einer Widerstandsgruppe um Georg Schumann, Otto Engert und Kurt Kresse. Die Gruppe wurde im Juli 1944 verhaftet und im November zusammen mit Alfred Frank, Arthur Hoffmann, Karl Jungbluth und William Zipperer zum Tode verurteilt. Georg Schwarz wohnte in der Nr. 24 (fr├╝her Gundorfer Stra├če). Im Geb├Ąude Barnecker Stra├če 39/41(heute Georg -Schwarz-Stra├če 181/183) hat Schwarz als Betriebsratsvorsitzender in der Eisengie├čerei Max Jahn gearbeitet.
http://www.leipzig-lexikon.de/STRASSEN/07108.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Schwarz


Hans-Driesch-Stra├če (Lindenau und Leutzsch)
Hans-Driesch-Stra├če seit 1947, Graf-Spee-Stra├če seit 1934, Leutzscher Allee, Leipziger Stra├če,
benannt nach Hans Driesch, geb. 28.10.1867 in Kreuznach, gest. 16.04.1941 in Leipzig. Der Philosoph Driesch, Begr├╝nder des Neovitalismus, lehrte 1921-1933 an der Universit├Ąt Leipzig. Er wurde von den Nationalsozialisten in den Ruhestand versetzt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Driesch

Karl-Schurz-Stra├če (Leutzsch)
Die Leutzscher Karl-Schurz-Stra├če l├Ąsst au├čerdem kurzzeitig einen Blick in die Weltpolitik zu: Leipzig wurde am 18. April 1945 von den Amerikanern eingenommen, bevor am 2. Juli die Rote Armee einmarschierte.

K├Ânig-Georg-Stra├če, Georgstra├če seit 1904, 1947 benannt nach Carl Schurz, geb. 02.03.1829 im rheinischen Liblar bei K├Âln, gest. 14.05.1906 in New York; deutsch-amerikanischer Politiker und Publizist. Er war 1869 der erste geb├╝rtige Deutsche, der Mitglied des amerikanischen Senates wurde. Seine Frau Margarethe Meyer gr├╝ndete 1856 in der Freien Gemeinde zu Watertown/Wisconsin 1856 den ersten Kindergarten in den USA. Ersteht auch heute noch f├╝r den deutsch-amerikanischen Austausch.
http://www.leipzig-lexikon.de/STRASSEN/07147.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Schurz

William-Zipperer-Stra├če (Lindenau und Leutzsch)
William-Zipperer-Stra├če seit 1945, die fr├╝heren Benennungen waren: Carl-Goerdeler-Stra├če (Karl-Goerdeler-Stra├če) seit Mai 1945; Theodor-Fritzsch-Stra├če in Leutzsch seit 1935; Leutzscher Stra├če in Lindenau seit 1886 und Lindenauer Stra├če sowie Schulgasse in Leutzsch.
Benannt nach William Zipperer, geb. 27.12.1884 in Dresden, hingerichtet 12.01.1945 in Dresden; Reliefgraveur; Mitbegr├╝nder der KPD in Leipzig und Redakteur der "S├Ąchsischen Arbeiterzeitung" 1923 bis 1925. Zipperer beteiligte sich am Widerstandskampf in der Gruppe um Georg Schumann und informierte w├Ąhrend des Krieges Wehrmachtsangeh├Ârige ├╝ber das Nationalkomitee "Freies Deutschland". Zipperer wohnte im Haus Leutzscher Stra├če 13.
http://www.leipzig-lexikon.de/STRASSEN/07104.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/William_Zipperer
Ausnahmen ...

Als ÔÇ×Ausrei├čerÔÇť kann wohl die Leutzscher Philipp-Reis-Stra├če gelten ÔÇô hier wurde zwischen den beiden Weltkriegen eine Stra├če im heutigen Villenviertel nach dem Erfinder benannt. F├╝r weitere Hinweise und Erkl├Ąrungen zur Motivation dieser Benennung in den 20er Jahren sind wir dankbar.

Philipp-Reis-Stra├če (Leutzsch)
1923 benannt nach dem Physiker Johann Philipp Reis, geb. 07.01.1834 in Gelnhausen, gest. 14.01.1874 in Friedrichsdorf. Reis konstruierte 1861 ein Ger├Ąt zur ├ťbertragung von T├Ânen durch elektromagnetische Wellen; das Prinzip entwickelte der Amerikaner Alexander Graham Bell weiter zum Telefon (1876).
http://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Reis

(Lindenauer Stadtteilverein)

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Flurgrenzen

Nicht nur im S├╝den von Lindenau, der h├Ąufig irrt├╝mlich zu Plagwitz geschlagen wird, sondern auch im Norden ist vielen Anwohnern und Besuchern nicht immer bewusst, wo die alten Grenzen zwischen den heutigen Stadtteilen Lindenau und Leutzsch verlaufen. Die 1992 neu geschaffenen Ortsteilgrenzen, die sich fast nie mit den historischen und noch immer g├╝ltigen Gemarkungsgrenzen der Leipziger Stadtteile decken, und die neuen Postleitzahlbezirke tun ihr ├╝briges zur Verwirrung hinzu. So geschah es z.B. erst k├╝rzlich, dass vier weitgehend geschlossene Wohnbl├Âcke von der st├Ądtischen Wohnungs- und Baugesellschaft LWB unter dem Namen ÔÇ×Leutzscher H├ÂfeÔÇť vermarktet wurden, obwohl sie zu fast drei Vierteln in Lindenau liegen und damit und auch im Grundbuch von Lindenau eingetragen sind.

Dabei ist es f├╝r den aufmerksamen Beobachter gar nicht so schwer, die alte Flurgrenze zwischen den fr├╝heren D├Ârfern und heutigen Stadtteilen Lindenau und Leutzsch zu erkennen. An einigen Details im Stadtbild ist diese noch heute ablesbar. So f├Ąllt bei einem Blick auf den Stadtplan schnell auf, dass einige Parallelstra├čen zur Georg-Schwarz-Stra├če nicht durchlaufen. Die Paul-K├╝stner-Stra├če bricht nach Norden pl├Âtzlich ab und die Rietschelstra├če geht nur noch als Fu├čweg weiter. Auf der anderen Seite enden Pufendorf- und Rosenm├╝llerstra├če nach jeweils zwei H├Ąusern blind am Gel├Ąnde des Diakonissenkrankenhauses. An dieser Stelle ├Ąndert sich beim Fu├čweg auch die Breite der Bordsteinkante. Auf der gegen├╝berliegenden Stra├čenseite wechselt zwischen den Hausnummern 64 und 66 auch die Art des urspr├╝nglichen Gehwegbelages: in Lindenau lagen gro├čformatige Granitplatten, im Dorfe Leutzsch kleinteiliges Mosaiksteinpflaster. Von hier aus geht eine lange gerade Linie parallel zur Prie├čnitzstra├če nach S├╝dwesten bis an die Merseburger Stra├če durch. Diese Grenze zwischen dem Gel├Ąnde des Diakonissenkrankenhauses und dem Friedhof Lindenau auf der einen und den Gr├╝nderzeith├Ąusern, G├Ąrten, Brachfl├Ąchen und dem Industriegel├Ąnde West auf der anderen Seite markiert exakt die alte Flurgrenze zwischen Lindenau und Leutzsch.

Verfolgt man diese Linie in die ├Âstliche Richtung, so ist sie im Inneren des H├Ąuserblocks zwischen Klopstock- und Prie├čnitzstra├če seit der Beseitigung der Hinterhofgeb├Ąude kaum mehr zu erkennen. Jedoch zeigt sich an der William-Zipperer-Stra├če zwischen den Hausnummern 77 und 79 und zwischen 82 und 84 genau der gleiche Wechsel beim Pflaster des B├╝rgersteiges und der Breite sowie ÔÇô sehr auff├Ąllig auf der stadteinw├Ąrtigen Seite ÔÇô der L├Ąnge der Bordsteinkanten. An der Ostseite der William-Zipperer-Stra├če zeugt auch die Art der offenen oder geschlossenen Bebauung von der Zugeh├Ârigkeit zu den Baugebieten verschiedener Gemeinden: freistehende, mit G├Ąrten umgebene villenartige Wohnh├Ąuser in Lindenau, Traufe an Traufe stehende Fronten von Mietsh├Ąusern in Leutzsch. Der nur als Schlippe angelegte Fu├čweg zwischen dem Ende der Lindenauer Paul-K├╝stner-Stra├če und der Rietschelstra├če vor der Sporthalle und dem Hof der 172. Schule in Leutzsch ist Teil dieser alten Grenze.

Alte Karten zeigen nicht nur den genauen Grenzverlauf, sondern auch noch andere Details, die damit unmittelbar in Verbindung stehen. So hie├č die heutige Prie├čnitzstra├če bis zum 14. Dezember 1928 Grenzstra├če. Manch ├Ąltere Leipziger k├Ânnen sich vielleicht noch an die Gastst├Ątte ÔÇ×Zur GrenzeÔÇť erinnern, die dort stand.

Entsprechend der jahrhundertealten Flur- bzw. Gemarkungsgrenzen, die im 19. und 20. Jahrhundert lange Zeit auch Gemeindegrenzen waren, sind bis zum heutigen Tage alle Geb├Ąude der heutigen Leipziger Stadtteile Lindenau und Leutzsch im Grundbuch von Lindenau oder im Grundbuch von Leutzsch eingetragen, nicht jedoch im Grundbuch der Stadt Leipzig. Auch die Grenzen der beiden evangelisch-lutherischen Kirchgemeinden, der Nathanelkirchgemeinde Lindenau und der St. Laurentiuskirchgemeinde Leutzsch, stimmen auch noch gegenw├Ąrtig mit diesem alten Grenzverlauf der einstigen Dorfgemeinden im Westen von Leipzig ├╝berein.

Selbst bei der Post hatte diese Grenze ihre Bedeutung. Das Briefzustellamt Leipzig W 33, sp├Ąter 7033 Leipzig, deckte fr├╝her den Stadtteil Lindenau komplett ab; das Briefzustellamt Leipzig W 35 war f├╝r Leutzsch zust├Ąndig.

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Katasterkarten

Bildinhalt: Katasterkarten

Diese Karte wurde aus alten Katasterpl├Ąnen zusammengesetzt, die zu unterschiedlichen Zeiten entstanden sind und im selben Kartenbild verschiedene Zust├Ąnde zeigen.

F├╝r die Errichtung von Wohn- und Gesch├Ąftsh├Ąusern sowie Industriebauten entlang der heutigen Georg-Schwarz-Stra├če und ihrer Nebenstra├čen ab den 1870er Jahren war eine genaue Planung durch die damals noch selbst├Ąndigen Gemeinden Lindenau und Leutzsch notwendig geworden. Die Karten f├╝r Lindenau entstanden erstmals 1875, sie sind im etwas ungew├Âhnlichen Ma├čstab 1:1820 auf Leinen gezeichnet. ├ähnliche Karten f├╝r Leutzsch wurden erst 1891 angelegt. Die ÔÇ×NahtstelleÔÇť verl├Ąuft daher entlang der alten Flurgrenze.

Schwarz markiert sind die bereits bestehenden Bau- und Gel├Ąndestrukturen wie schon zuvor neu gebaute Gr├╝nderzeith├Ąuser, die damalige Uhlandschule und neu angelegte Stra├čen, aber auch Altwege und Bauernh├Ąuser vor allem im Dorf Leutzsch um die Kirche und das alte Wasserschloss. Au├čerdem sieht man hier noch den Teich Schwylst an der Stelle der heutigen gleichnamigen Kleingartenanlage und den einstigen Heim- oder Hebenteich, an den die Heimteichstra├če erinnert.

Die ├änderungen zur Zeit der Entstehung der Karten sind dagegen in rot eingetragen. So lassen sich die rasanten Ver├Ąnderungen am Ende des 19. Jahrhunderts gut nachvollziehen.

Zu sp├Ąterer Zeit wurden zumindest f├╝r Lindenau auch die zahlreichen Stra├čenumbenennungen nachgetragen und die ├Ąlteren Stra├čennamen durchgestrichen. Am Schriftstil kann man sogar unterscheiden, ob diese der gro├čen Umbenennungswelle 1906/07 nach der Eingemeindung oder erst nach dem Ende des zweiten Weltkrieges zwischen 1945 und 1947 erfolgten.

Die Kopien der Leinenkarten k├Ânnen im st├Ądtischen Liegenschaftskataster digital (48 Euro) oder als Papierausdrucke/ca. A2 (40 Euro) f├╝r den Privatgebrauch erworben werden.
Kontakt: 0341 123 50 38 (Katasteramt)

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Rundg├Ąnge

Rundgang durch die Georg-Schwarz-Stra├če

Die bewegte Geschichte der Georg-Schwarz-Stra├če von der Gr├╝nderzeit bis zur friedlichen Revolution 1989 und die aktuellen Ver├Ąnderungen k├Ânnen Sie am besten bei einem Rundgang mit dem Historiker Rainer M├╝ller kennenlernen.

Dabei l├Ąsst sich auch heute noch wie an kaum einer anderen Magistrale das Leben im einstigen Arbeiterviertel Lindenau nachvollziehen. Die soziale Not im Leipziger Westen f├╝hrte zur Gr├╝ndung des Diakonissenkrankenhauses, war aber auch Ausgangspunkt der Leipziger ÔÇ×HungerkrawalleÔÇť von 1916, die hier in der damaligen Gundorfer Stra├če ihren Anfang nahmen. Jugendstilgeb├Ąude, traditionsreiche Gesch├Ąfte, Gastst├Ątten und mehrere Kinos wie die Central-Lichtspiele oder der Film-Palast zeugen von beliebten Treffpunkten auf dem einstigen ÔÇ×BroadwayÔÇť in Lindenau. Und mit der unangepassten Jugendmeute ÔÇ×ReeperbahnÔÇť verweigerten sich in den 1930er Jahren zahlreiche junge Menschen aus Lindenau dem nationalsozialistischen Regime. Auch in der DDR wurden die Georg-Schwarz-Stra├če und ihre Nebenstra├čen zur Heimstatt rebellierender, nach Freiheit strebender K├╝nstler und B├╝rgerrechtler. Hier lebten z. B. Mike Dietel, Siegmar Faust, Thomas Gerlach, Heidemarie H├Ąrtl, Wolfgang Hilbig, Manfred Krug, Gert Neumann, Gesine Oltmanns und Kathrin Walther.

Wenn Sie danach noch Lust und Kraft haben, k├Ânnen Sie auf eigene Faust den Leutzscher Teil der Georg-Schwarz-Stra├če erkunden. Dort erwartet Sie z.B.
- eine interessante Villa, die die ehemalige Stadtteilbibliothek Leutzsch beherbergte und nun aus ihrem Dornr├Âschenschlaf erwachte,
- der neu angelegte ausgedehnte Stadtteilpark ├╝ber den Resten des Leutzscher Wasserschlosses,
- das Leutzscher Rathaus,
- die mit ihren ├Ąltesten erhaltenen Bauteilen bis in die Sp├Ątgotik zur├╝ckgehende ehemalige Dorfkirche St. Laurentius ( http://de.wikipedia.org/wiki/St._Laurentius_%28Leipzig-Leutzsch%29 )
- und der alte Leutzscher Bahnhof ( http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_Leipzig-Leutzsch ) der vor wenigen Jahren durch einen neuen S-Bahn-Haltepunkt an der Georg-Schwarz-Stra├če ersetzt wurde. Von hier aus erreichen Sie rasch wieder das Zentrum der Stadt.


├ľffentliche Stadtf├╝hrung am Sa, 12. August 2017
Die n├Ąchste ├Âffentliche F├╝hrung in diesem Jahr "Lindenau - rechts und links der Georg-Schwarz-Stra├če" wird am Samstag, den 12.8.2017 ab 14:00 Uhr angeboten. Treffpunkt f├╝r den etwa zweist├╝ndigen Rundgang ist vor dem Haus Georg-Schwarz-Stra├če 1 (ehem. "Strafbar") an der Ecke zur Merseburger Stra├če. Der Preis betr├Ągt 8 EUR pro Person; Erm├Ą├čigungen mit Studentenausweis oder Leipzig-Pass, Kinder frei.

http://www.leipzigdetails.de/eventdetails/events/lindenau-rechts-und-links-der-georg-schwarz-strasse.html?date=12.08.2017 oder Mail an rainer.mueller@gmx.net

Selbstverst├Ąndlich k├Ânnen Sie auch au├čerhalb dieses Termines einen Rundgang mit Herrn M├╝ller vereinbaren (rainer.mueller@gmx.net; Telefon: 0341 - 4 80 72 07).

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