Grün statt Grau für Lindenau : Kartierprojekt ist angelaufen

22.05.2014

Bildinhalt: Grün statt Grau für Lindenau : Kartierprojekt ist angelaufen | Fast unberührte Natur in den unsanierten Blockbereichen / Foto: Dr. Birgit Glorius
Fast unberührte Natur in den unsanierten Blockbereichen / Foto: Dr. Birgit Glorius
 

In der Woche vor Ostern wurden die geplanten Vegetationskartierungen rund um die Georg-Schwarz-Straße durchgeführt. 15 Schülerinnen und Schüler der 57. Schule am Leutzscher Rathaus schwärmten an drei Tagen aus, um Bäume und Sträucher entlang der Straßen und in den Hinterhöfen zu zählen und mit verschiedenen Zusatzinformationen wie Größe und Baumart zu dokumentieren. „Besonders wichtig war uns, auch die Vegetation der nicht-öffentlichen Flächen zu dokumentieren, da diese ja entlang der dicht bebauten Georg-Schwarz-Straße dominant sind“ betonte Dr. Birgit Glorius, Juniorprofessorin an der TU Chemnitz und Initiatorin des Projekts. „Doch das war zugleich die besondere Herausforderung“. Schließlich musste man sich erst Zutritt zu den Blockinnenbereichen verschaffen, was nicht immer einfach war. Dort, wo es nicht gelang, wird die Vegetationskarte für Lindenau zunächst noch einige weiße Flecken tragen, doch das Team um Birgit Glorius ist zuversichtlich, die fehlenden Daten in den kommenden Wochen noch ergänzen zu können. „Die Schüler haben toll mitgearbeitet“, berichtet Lukas Schleupner, Studierender der Europa-Studien an der TU Chemnitz, der zusammen mit seinen Kommilitonen Raphael Weber und Marvin Marquardt das Projekt begleitete. „Trotz der Kälte in den Tagen vor Ostern waren wir den ganzen Vormittag auf Achse und haben Grundstück für Grundstück abgeklappert.“ Dabei hätten die Schülerinnen und Schüler vieles gelernt, zum Beispiel die Bestimmung der häufigsten Baumarten im Quartier anhand von Blattform und Stamm, die Höhenschätzung und nicht zuletzt die Zuordnung der gesammelten Information zu dem entsprechenden Standort auf der Karte. Diese Verknüpfung ist entscheidend, damit im Nachgang computergestützte thematische Karten entstehen können. Die Übertragung der Daten in eine Datenbank mit anschließender Verarbeitung in einem Geographischen Informationssystem übernehmen Schleupner, Weber und Marquardt. Doch auch die beteiligten Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen, die im Rahmen einer schulischen Projektwoche an der Kartierung mitwirkten, verarbeiteten die Ergebnisse, um sie am letzten Tag der Projektwoche ihren Mitschülerinnen und Mitschülern zu präsentieren. Neben Postern mit Informationen zum Kartierprojekt und den wichtigsten Baumarten bereiteten sie dazu auch ein Quiz vor, das sowohl Wissens- als auch Schätzfragen enthielt. Zum Beispiel: Was ist die häufigste Baumart entlang der Georg-Schwarz-Straße? A: Ahorn, B: Linde, C: Buche; Oder: Welchen Umfang hatte der dickste Baumstamm in unserem Kartiergebiet? Waren es eher… A: 1 m, B: 2m, C: 3 m.

„Im Projektunterricht werden viele Aspekte von Bildung und Erziehung bedient. Es wird nicht nur Fachwissen erworben und angewendet, auch das Zusammenarbeiten im Team, das Planen, Organisieren und Präsentieren der Projektarbeit gehört dazu. Das macht den meisten Schülern nicht nur Spaß, es gibt ihnen auch die Gelegenheit, sich mal von einer anderen Seite zu zeigen- oft werden wir Lehrer positiv überrascht.“, sagt Frau Pietzonka, Außenstellenleiterin der 57. Schule, die das Projekt an ihre Schule holte.

Wie geht es weiter mit dem Projekt? Es werden nun alle gesammelten Daten so aufbereiten, dass man daraus thematische Karten erstellen kann. Die Daten werden in einer Datenbank gespeichert, die man jederzeit ergänzen kann, etwa mit noch fehlenden Geländedaten oder einer Neuauflage der Kartierung in etwa zwei Jahren. Dann können die Veränderungen der Vegetation im Viertel erst so richtig erfasst werden. „Tendenziell gehen wir von schwindendem Grün aus“, meint Birgit Glorius. „Vor allem in den Blockinnenbereichen, die derzeit saniert werden, aber auch auf den Brachflächen, auf denen bald Stadthäuser entstehen“. Umso wichtiger sei es, den jetzigen Zustand zu dokumentieren, um auch private Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer dazu zu motivieren, ihre Höfe grün zu gestalten.

Ansprechpartner:

Jun.Prof. Dr. Birgit Glorius

birgit.glorius@phil.tu-chemnitz.de

Text von Dr. Birgit Glorius


Nachricht vom 22.05.2014
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