8. Mai - Bündnis demonstriert auf Lindenauer Markt

07.05.2014

Bildinhalt: 8. Mai - Bündnis demonstriert auf Lindenauer Markt  | Am Lindenauer Markt wird morgen gegen Neonazis demonstriert / Foto: Enrico Engelhardt
Am Lindenauer Markt wird morgen gegen Neonazis demonstriert / Foto: Enrico Engelhardt
 

Gedenken an Ende des Krieges und der Nazi-Diktatur / Aufruf zum Widerstand gegen Rechtsextremismus

Bereits zum sechsten Mal wird es am morgigen 8. Mai in Lindenau eine Aktion zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 69 Jahren und eine Demonstration gegen das Nazi-Zentrum in der Odermannstraße geben.

Unter dem Motto "Die Welt zu Gast auf dem Lindenauer Markt" gibt es ab 17 Uhr jede Menge Info-Stände, Musik auf der Bühne und ein Podiumsgespräch mit Vertretern der Stadtratsparteien. Hauptredner ist der ehemalige Leipziger Superintendent und Stadtpräsident Friedrich Magirius, der das Kriegsende als Vierzehnjähriger in Dresden miterlebte und sich seitdem für Frieden und Demokratie einsetzt. "Ich wünsche mir, dass zu einer solchen Veranstaltung auch einmal Leute kommen, die bisher nicht den Mut hatten, ihr Gesicht zu zeigen", sagt der 83-jährige Theologe.

Um 20 Uhr beginnt eine Demonstration durch den Stadtteil, die mit einer Kundgebung in der Odermannstraße endet. Das dortige Zentrum von Neonazis wurde als Bürgerbüro eines inzwischen verstorbenen Landtagsabgeordneten der NPD angemietet. Mittlerweile finden darin Treffen von Fußballfanclubs, Musikveranstaltungen, Schulungen der rechtsextremen Szene und die Bürgersprechstunde eines NPD-Stadtrates statt.

Das Bündnis 8. Mai fordert schon seit Jahren die Schließung dieses Zentrums und das Verbot aller Naziparteien und -organisationen. Frank Kimmerle vom Verein Erich-Zeigner-Haus sieht aber noch andere, aktuelle Gründe für den Einsatz gegen Fremdenfeindlichkeit: "In den vergangenen Monaten gab es in Leipzig rassistische Äußerungen mitten aus der Bürgerschaft im Zusammenhang mit den neuen Asylbewerberheimen. Wir wollen für Weltoffenheit und Zivilcourage werben und den Neonazis keine Ruhe lassen."

Text von K. K.

Leipziger Volkszeitung, vom 07. 05. 2014


Nachricht vom 07.05.2014
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