Lebensunterhalt in Leipzig aus dem Sozialreport der Stadt Leipzig vom 27.06.2016

30.07.2016

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Der Sozialreport fasst statistische Daten zusammen, die alle Aspekte des sozialen Zusammenlebens der Stadt erfassen. Damit soll u.a. der Öffentlichkeit aktuelles Datenmaterial zur Verfügung gestellt werden, um einen fundierten Diskurs sozialer Verhältnisse und Erscheinungsformen führen zu können. Wir stellen hier in den kommenden Wochen ausgewählte Daten vor. Bei weiterem Interesse können sie sich den Sozialreport hier herunterladen.

Einkommensentwicklung: Bei allen Aussagen ist zu beachten, dass nur Personen mit Hauptwohnsitz in Leipzig im Alter von 18 bis zu 85 Jahren einbezogen werden.

Im Jahr 2014 betrug das durchschnittliche monatliche Haushaltsnettoeinkommen in der Stadt Leipzig 1.662 € und lag damit um 113 € höher als im Jahr 2013.

Teilweise beachtliche Einkommensunterschiede bestehen nicht nur hinsichtlich der Haushaltsgröße, sondern auch zwischen verschiedenen Haushaltstypen. Im Jahr 2014 verfügten 26 % aller Haushalte monatlich über weniger als 1.100 €, während in 13 % der Haushalte mindestens 3.200 € pro Monat zur Verfügung standen.

Das durchschnittliche persönliche Nettoeinkommen (Median) betrug im Jahr 2014 insgesamt 1.207 € und lag damit um 55 € höher als im Jahr 2013.

Einkommensarmut: Die Einkommen in Leipzig sind sowohl niedriger als im Durchschnitt des Freistaates Sachsen als auch im gesamtdeutschen Durchschnitt. Legt man den sächsischen Landesmedian zugrunde, ergibt sich eine Armutsgefährdungsquote von 16,0 %; gemessen am Bundesmedian liegt diese Quote sogar bei 24,1 %.

Einkommensunterschiede: Obwohl das durchschnittliche Einkommen der einkommensschwächsten 20 Prozent im Jahr 2014 angestiegen ist, hat sich der Abstand zu den einkommensstärksten 20 Prozent weiter vergrößert. Im bundesweiten Vergleich sind die Einkommensunterschiede in Leipzig vergleichsweise gering. So haben die einkommensstärksten 20 Prozent in Leipzig etwas mehr als doppelt (2,3) so viel Einkommen zur Verfügung als die einkommensschwächsten 20 Prozent. Im Bundesdurchschnitt verfügen die einkommensstärksten 20 Prozent dagegen über mehr als das Vierfache (4,3) als die einkommensschwächsten 20 Prozent.

Innerhalb der Stadt Leipzig sind deutliche Einkommensunterschiede festzustellen. Im Stadtbezirk Nord war im Jahr 2013 mit 1.485 € das höchste Nettoäquivalenzeinkommen zu verzeichnen gegenüber 1.130 € im Stadtbezirk West.

Einkommensquellen: Der Anteil der Leipziger/-innen, die ihren Lebensunterhalt vorwiegend aus Erwerbstätigkeit bestritten, ist in den letzten Jahren tendenziell angestiegen und lag 2014 bei 44,2 %.

Der Anteil der Leipziger/-innen, die überwiegend von staatlichen Unterstützungen, wie Arbeitslosengeld, Sozialgeld, Grundsicherung u.ä. leben, betrug im Jahr 2014 insgesamt 10,3 %.

Knapp ein Viertel der Leipziger Einwohner/-innen (22,9 %) lebte 2014, wie auch in den Vorjahren, überwiegend von Renten bzw. Pensionen. Auch der Anteil der Personen, deren vorwiegende Einkommensquelle der Unterhalt durch Angehörige ist, ist nahezu gleich geblieben und lag 2014 bei 17,7 %.

Arbeitslosigkeit: Am Jahresende 2014 waren insgesamt 26.241 Personen als arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Jahresende 2013 hat sich die Zahl der Arbeitslosen um 1.844 Personen verringert. Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, betrug 9,4 %, Ende 2005 lag die Quote bei 19,2 %.

Zum Jahresende 2014 waren in Leipzig 8.930 Langzeitarbeitslose registriert, das waren 123 weniger als ein Jahr zuvor.

Kleinräumig betrachtet, ergeben sich innerhalb der Stadt Leipzig große Unterschiede bei der Arbeitslosigkeit.
Der Anteil der arbeitslos gemeldeten Personen an der Bevölkerungsgruppe 16-65 Jahre reicht von 2,5 % in den Ortsteilen Baalsdorf, Althen-Kleinpösna und Burghausen-Rückmarsdorf bis zu 14,8 % in Volkmarsdorf. (Leutzsch 6-9%, Altlindenau 9-12%)

Empfänger/-innen von Leistungen nach dem SGB II: Insgesamt 69.355 Leipziger/-innen erhielten 2014 Leistungen nach SGB II. Das entspricht 16,6 % aller Einwohner/-innen im Alter bis 65 Jahre. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang um 1.376 Personen. Die Zahl der Leistungsempfänger/-innen liegt damit auf dem niedrigsten Jahresendstand seit Einführung dieser Leistungen im Jahr 2005.
Der Anteil der Empfänger/-innen von Leistungen nach SGB II im Alter bis 65 Jahre an der Bevölkerung ist zwischen den Leipziger Ortsteilen sehr unterschiedlich verteilt. Der Anteil reicht von 3,2 % in Hartmannsdorf-Knautnaundorf bis zu 38,7 % in Volkmarsdorf. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Spannweite zwischen den Ortsteilen deutlich verringert. (Leutzsch und Lindenau zwischen 18- 27%)

Sozialgeldempfänger/-innen unter 15 Jahre: Im Jahr 2014 waren insgesamt 17.540 Leipziger Kinder unter 15 Jahren auf Sozialgeldzahlungen angewiesen. Anteilig beziehen damit 26,3 % aller Leipziger Kinder im Alter bis 15 Jahren Sozialgeld. Der Anteil ist territorial verschieden. In vier Ortsteilen lebt mehr als die Hälfte aller Kinder unter 15 Jahren von Sozialgeld.
(Altlindenau 30-45%, Leutzsch 15-30%)

Wohngeld: ist ein Zuschuss zur Miete oder bei Kosten für Haus- oder Wohneigentum.
Im Jahr 2014 erhielten insgesamt 7.890 Haushalte Wohngeld. Somit hat sich auch im Jahr 2014 die Zahl der Haushalte, die Wohngeld empfangen, gegenüber dem Vorjahr verringert (- 1.072).

Der Leipzig-Pass wurde als ein Instrument zur Förderung sozial benachteiligter Personen eingeführt.
2015 stieg die Anzahl der Leipzig-Pässe wieder an, um 2 % gegenüber dem Vorjahr.

2015 hatten 11,0 % der Leipziger/-innen einen Leipzig-Pass, wobei es deutliche Unterschiede in der räumlichen Verteilung gibt. Die Spannweite des Anteils der Leipzig-Pass-Inhaber/-innen an der Ortsteilbevölkerung reicht von 1,5 % (Plaußig-Portitz) bis 27,5 % (Volkmarsdorf). In 21 der 63 Ortsteile sind mehr als 15 % der Ortsteilbevölkerung Inhaber/-in eines Leipzig-Passes. (Altlindenau 15- 20%, Leutzsch 10- 15%)

Zusammenfassend für Leipzig Altlindenau und Leutzsch lässt sich eine zum Mittel finanzielle Schwäche ausmachen. Wobei die Bewohner im Stadtteil Leutzsch in fast allen untersuchten Teilbereichen günstiger abschneiden. Besonders großen Aufholbedarf gibt es in Altlindenau nach wie vor bei der Vermittlung von ALG II Empfängern unter 65 Jahren und der Reduzierung der Sozialgeldempfänger unter 15 Jahren.


Nachricht vom 30.07.2016
Autor: Daniela Nuß